So rechnet der Balkonkraftwerk-Rechner
Für deine Postleitzahl fragen wir bei PVGIS ab, wie viel Strom ein Solarmodul mit deiner Neigung und Ausrichtung im langjährigen Mittel liefert. PVGIS ist ein Dienst der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission und rechnet mit Satellitendaten zur Sonneneinstrahlung aus vielen Jahren.
Entscheidend für die Ersparnis ist aber nicht der Ertrag, sondern der Eigenverbrauch: Nur Strom, den du im selben Moment verbrauchst, spart Geld. Was gerade niemand braucht, fließt ohne Vergütung ins Netz. Deshalb simulieren wir für jeden Monat sonnige, mittlere und trübe Tage und legen sie über ein typisches Haushaltsprofil aus Grundlast (Kühlschrank, Router, Standby) und Geräten, die zeitweise laufen.
Was ist bei Balkonkraftwerken erlaubt?
- Wechselrichter bis 800 Watt: Seit dem Solarpaket I (2024) darf ein Balkonkraftwerk bis zu 800 W ins Hausnetz einspeisen.
- Module bis 2.000 Watt-Peak: Du darfst mehr Modulleistung anschließen, als der Wechselrichter abgibt. Das bringt vor allem morgens, abends und im Winter mehr Ertrag. Unser Rechner berücksichtigt den Verlust durch die 800-W-Begrenzung an sonnigen Mittagen.
- Anmeldung: Es genügt eine vereinfachte Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.
- Mieter und Eigentümer: Steckersolargeräte gelten seit Oktober 2024 als privilegierte bauliche Veränderung. Vermieter und Eigentümergemeinschaften dürfen sie nicht grundsätzlich verbieten, können aber bei der Art der Montage mitreden.
Tipps für mehr Ersparnis
- Verbrauch in die Mittagszeit legen: Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner tagsüber per Timer laufen lassen.
- Ausrichtung schlägt Neigung: Ein senkrechtes Modul am Südbalkon liefert weniger als ein schräg aufgeständertes, dafür gleichmäßiger über das Jahr.
- Ost-West-Aufteilung: Je ein Modul nach Osten und Westen verteilt den Ertrag über den Tag und erhöht oft den Eigenverbrauch.
- Speicher nur bei hohem Überschuss: Ein Speicher für das Balkonkraftwerk rechnet sich meist erst, wenn ein großer Teil des Stroms ungenutzt ins Netz fließt.
Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk?
In Deutschland je nach Standort und Montage etwa 500 bis 900 kWh pro Jahr. Senkrecht am Geländer sind es eher 550 bis 700 kWh, schräg aufgeständert nach Süden 800 bis 950 kWh.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auch in Nord-Ausrichtung?
Kaum. Nach Norden ausgerichtete Module liefern nur einen Bruchteil des Ertrags. Ost oder West funktionieren dagegen gut, etwa 20 bis 30 % weniger als Süd.
Bekomme ich Geld für den eingespeisten Strom?
In der Regel nicht. Bei Balkonkraftwerken wird der Überschuss meist unvergütet eingespeist, weil sich der Aufwand für eine Vergütung bei kleinen Mengen nicht lohnt. Unser Rechner setzt die Einspeisung deshalb mit 0 € an.